Megatrend Tiny Häuser in der Presse

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Bild oben rechts: Tiny Haus in Köln, Quelle: WELT
Die WELT zum Thema Wohnungsnot/Alternative Tiny Häuser, Text:  Kristian Frigelj 

Wenn Tiny Houses in Hausgärten neuen Wohnraum schaffen sollen

Die Wohnungsnot hierzulande macht Stadtplaner erfinderisch. Großes Potenzial sehen sie in Einfamilienhäusern, die nur teilweise genutzt werden. Sie haben eine Reihe von Ideen entwickelt – etwa den Bau von Tiny Houses in Gärten. Ein Experte stellt bei älteren Hauseigentümern ein Umdenken fest.

Wenn es um ungenutzten Wohnraum geht, sprechen Stadtplaner schnell über den Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Für die ländlich geprägte Region mit hoher Eigenheimdichte existiert eine  bundesweit beispielhafte Befragung unter fast 400 älteren Besitzerinnen und Besitzern von Einfamilienhäusern.

Die Ergebnisse, die in Zusammenarbeit mit dem „Öko-Institut“ und dem „Institut für sozial-ökologische Forschung“ entstanden sind, liegen seit 2020 vor. Sie bieten exemplarisch einigen Aufschluss darüber, wie viel Wohnraum eigentlich frei ist. Von den Befragten gab etwa 30 Prozent an, dass ihr Haus sogar über eine Anlieger-wohnung verfügt.  

„Überwiegend werden diese Wohnungen nicht vermietet, sondern stehen leer. Rechnet man dieses Ergebnis auf den gesamten Kreis Steinfurt mit etwa 445.000 Einwohnern hoch, stehen demnach etwa 5000 separate Wohnungen in Einfamilienhäusern leer und sind nicht auf dem Wohnungsmarkt verfügbar“, sagt Claudia Franca Machado. Sie ist Sachgebietsleiterin beim Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt. Sie spricht von einer „klassischen Entwicklung“: Die erwachsenen Kinder sind ausgezogen, und die Eltern bleiben im Haus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben ältere Menschen in Deutschland im Schnitt deutlich mehr Wohnraum zur Verfügung als jüngere: Haushalte, in denen die Haupteinkommensbezieher mindestens 65 Jahre alt waren, nutzten im Jahr 2022 pro Person durchschnittlich 68,5 Quadratmeter Wohnfläche. Alleinlebende mit 65 Jahren und älter hätten durchschnittlich 83 Quadratmeter zur Verfügung, ein Viertel von ihnen wohnt auf 100 Quadratmetern.

Solche Potenziale elektrisieren Stadtplaner – denn die Kommunen leiden unter akuter Wohnungsnot. Nachverdichtungen und Neubaugebiete lassen sich aus Kosten, Platz- und Nachhaltigkeitsgründen nicht mehr so leicht realisieren. Das alte Ideal des frei stehenden Einfamilienhauses zerbröselt ohnehin. In den Kommunen hat längst ein Umdenken eingesetzt: Sie setzen zunehmend auf platzsparendere Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser mit kleinerem Grundstück.  

„Überwiegend werden diese Wohnungen nicht vermietet, sondern stehen leer. Rechnet man dieses Ergebnis auf den gesamten Kreis Steinfurt mit etwa 445.000 Einwohnern hoch, stehen demnach etwa 5000 separate Wohnungen in Einfamilienhäusern leer und sind nicht auf dem Wohnungsmarkt verfügbar“, sagt Claudia Franca Machado. Sie ist Sachgebietsleiterin beim Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt. Sie spricht von einer „klassischen Entwicklung“: Die erwachsenen Kinder sind ausgezogen, und die Eltern bleiben im Haus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben ältere Menschen in Deutschland im Schnitt deutlich mehr Wohnraum zur Verfügung als jüngere: Haushalte, in denen die Haupteinkommensbezieher mindestens 65 Jahre alt waren, nutzten im Jahr 2022 pro Person durchschnittlich 68,5 Quadratmeter Wohnfläche. Alleinlebende mit 65 Jahren und älter hätten durchschnittlich 83 Quadratmeter zur Verfügung, ein Viertel von ihnen wohnt auf 100 Quadratmetern.

Solche Potenziale elektrisieren Stadtplaner – denn die Kommunen leiden unter akuter Wohnungsnot. Nachverdichtungen und Neubaugebiete lassen sich aus Kosten, Platz- und Nachhaltigkeitsgründen nicht mehr so leicht realisieren. Das alte Ideal des frei stehenden Einfamilienhauses zerbröselt ohnehin. In den Kommunen hat längst ein Umdenken eingesetzt: Sie setzen zunehmend auf platzsparendere Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser mit kleinerem Grundstück.  

Doch einige zweifeln daran, dass das ausreicht. „Mit Neubau lässt sich das Problem der Wohnungsnot nicht dauerhaft lösen“, sagt Arthur Haus, Referent für Wohnen beim Bundesverband Grüne Liga, der sich als „Netzwerk ökologischer Bewegungen“ versteht. Der Verein hat jüngst eine Tagung zur effizienteren Nutzung von bestehendem Wohnraum gemacht und will das Thema stärker in die öffentliche Debatte einbringen.


Referent Haus ist Stadtplaner und sagt, seit den 50er-Jahren sei die Zahl der Wohneinheiten in Deutschland um 173 Prozent gestiegen, wohingegen die Bevölkerung nur um 20 Prozent gewachsen sei.

„Der Wohnflächenkonsum steigt stetig. Der Rohstoffbedarf im Bausektor ist enorm. Das kann aus ökologischen Gründen nicht mehr so weitergehen“, sagt Haus. Er verweist auf Berechnungen, wonach sich pro Jahr 100.000 Personen in bestehenden Wohnraum unterbringen ließen, zum Beispiel in umgebauten Dachgeschossen, gemeinschaftlichen Wohnformen, in freien Zimmern oder leer stehenden Anliegerwohnungen.

Erste Kommunen widmen sich diesem Thema. Auf der Homepage der „Grünen Liga“ kann man bundesweit nach Anlaufstellen und Förderangeboten suchen.

„Wenn sich nur 500 Personen bereit erklären würden ...“

Die Stadt Göttingen (Niedersachsen) gilt als Vorreiterin. Seit 2020 bietet eine „Wohnraumagentur“ dort Beratungen an. Der Service gehört zu einem übergreifenden Handlungskonzept, um bezahlbaren Wohnraum und „innovative Konzepte zu flächensparenden und gemeinschaftlichen Wohnmodellen“ zu schaffen.

Maik Lindemann ist Fachbereichsleiter für Planung, Bauordnung und Vermessung bei der Stadt Göttingen und erzählt, dass die Nutzung von Einfamilienhäusern nach einem Generationswechsel eigentlich ein altes Thema sei. Der Stadtplaner sagt, er habe sich damit schon vor etwa 20 Jahren während seines Studiums beschäftigt, als es um schrumpfende Regionen ging. Er benutzt eine unter Experten gängige Bezeichnung, wenn er über ungenutzte Räume in Einfamilienhäusern spricht: „unsichtbarer Wohnraum“.

In Göttingen gibt es etwa 6000 Meldeadressen, bei denen nur ein bis zwei Personen gemeldet sind – meistens Einfamilien- oder Reihenhäuser. 1990 waren im Stadtteil Weende-Nord etwa vier Prozent der Menschen über 65 Jahre alt, heute sind es 30 Prozent. „Wenn sich nur 500 Personen bereit erklären würden, umzubauen, oder sich ein sogenanntes Tiny House (Minihaus, d. Red.) in den Garten zu setzen, dann hätten wir mindestens 500 zusätzliche Wohneinheiten. Das wäre für Göttingen umgerechnet ein großes Baugebiet. Da schlummert noch viel Potenzial“, sagt Lindemann. 

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